20.07.2025: Der entweihte Eros - Wokeismus als metaphysischer Analphabetismus |
Wokeismus gibt sich rebellisch, ist aber das exakte Gegenteil: Nicht anti-spiessig, sondern eine groteske Wiedergeburt der Prüderie unter regenbogenbunten Farben.
Wer glaubt, mit Pronomen-Paraden, bunten Flaggen im Social Media-Profil und exhibitionistischer Selbstvermarktung noch "anzuecken", ist alles andere als anti-spiessig - sondern bloss ein hysterisch blinkender Abziehbild-Spiesser im Schatten der Regenbogenflagge.
Früher wurde Sexualität unterdrückt. Heute wird sie öffentlich ausgekippt, ob man will oder nicht. Es herrscht nicht mehr Schamgefühl, sondern Mitteilungszwang. Jede Neigung wird zur politischen Haltung, jeder Körper zur Bühne.
Wer nicht affirmiert, wird unter pseudomoralischer Argumentation aussortiert.Schon 1934 erkannte Julius Evola, was sich heute unverhüllt offenbart: Die Entweihung der Sexualität als Symptom metaphysischer Entwurzelung -
von den einst rigiden Dogmen christlich-puritanischer Moralvorstellungen deformiert, zeigt sie sich heute als
surrogiertes Schauspiel politischer Überhöhung, instrumenteller Moralisierung und gezielt-kultivierter Verdorbenheit kleinkarierter Identitätsgruppen (exemplarisch die LGBTIQ+-Bewegung), zugleich
flankiert von postmodernen Auswüchsen sexueller Prüderie, wie sie der Feminismus teilweise mit fanatischem Furor propagiert.
Der Herausgeber der deutschen Auflage von
"Revolte gegen die moderne Welt", Dr. Hans Thomas Hakl, kommentierte dies mit chirurgischer Präzision: <
Die darauffolgende Reaktion der sogenannten "sexuellen Revolution" führte nur zu einer faden Herrschaft kleinkarierter Verderbtheit und zur Sexualität als laufenden Konsumartikel>¹Diese kleinkarierte Verderbtheit
ist kein Betriebsunfall - sie ist die logische Spätfolge in Konsequenz einer entsprechend geprägten Kultur, die erst den Körper verteufelte, dann entgrenzte und schliesslich neu reglementierte. Die puritanische Prüderie wurde
nicht wirklich überwunden - sie wurde vielmehr internalisiert, entkernt und als
Tugend-Surrogat re-implementiert.
In Kulturen mit
spirituell-transzendenter Ordnung wie Indien, dem alten Griechenland oder aber im Buddhismus ist [war] Sexualität
weniger schambehaftet. Sondern eingebettet, gerichtet und geweiht, also weder verdrängt, noch entmystifiziert.
Puritanische Prüderie existierte dort nie - und damit auch kein Woke-Reflex. Was der Westen heute als "progressiv" feiert, ist [war] dort schlicht unverständlich - weil überflüssig.
Wokeismus ist keine Emanzipation, sondern ein Symptom zivilisatorischer Regression.Was bleibt, ist moralischer Exhibitionismus mit Anspruch auf Unfehlbarkeit - und eine Gesellschaft, die sich mit Regenbogenfahne am
eigenen Schuldkomplex erhängt.
1.) Evola, Julius: Revolte gegen die moderne Welt. Deutsche Ausgabe, herausgegeben und kommentiert von Dr. Hans Thomas Hakl, Adoria Verlag, 2019, S. 206.
Online verfügbar unter:
https://sl.hiddenzone.online/gq4e (Zugriff am 20.07.2025).



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